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Hosting & cPanel

Wie stelle ich Dateiberechtigungen (chmod) ein?

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2026 4 Min. Lesezeit 18 Aufrufe

Dateiberechtigungen (chmod) legen für jede Datei und jeden Ordner auf dem Hosting-Server fest, wer was tun darf: lesen, schreiben, ausführen. Auf Shared Hosting sind korrekte Berechtigungen sowohl für den reibungslosen Betrieb Ihrer Anwendung als auch für die Sicherheit entscheidend. Eine Datei mit falschen Berechtigungen kann einen "Forbidden"-Fehler zurückgeben; zu weite Berechtigungen (insbesondere 777) öffnen die Tür für das Einschleusen von Schadcode auf Ihrer Website.

1. Berechtigungen über den File Manager ändern

  1. Melden Sie sich bei cPanel an.
  2. Klicken Sie im Bereich Files auf File Manager.
  3. Wählen Sie die Datei oder den Ordner aus, deren Berechtigungen Sie ändern möchten.
  4. Klicken Sie oben in der Symbolleiste auf Permissions (alternativ Rechtsklick auf die Datei und Change Permissions).
  5. Geben Sie im Dialog im Feld Permission eine dreistellige Zahl ein (z. B. 644) oder markieren Sie die Kontrollkästchen, um den Wert zu erzeugen.
  6. Klicken Sie auf Change Permissions.

2. Bedeutung der Berechtigungscodes

Die drei Ziffern stehen der Reihe nach für die Berechtigungen von Besitzer (owner), Gruppe (group) und Andere (world). Jede Ziffer ist die Summe der folgenden Werte:

  • 4 — Lesen (Read)
  • 2 — Schreiben (Write)
  • 1 — Ausführen (Execute; bei Ordnern: "Betreten")

Beispiel für 755:

  • 7 (Besitzer) = 4 + 2 + 1 → lesen + schreiben + ausführen
  • 5 (Gruppe) = 4 + 1 → lesen + ausführen
  • 5 (Andere) = 4 + 1 → lesen + ausführen

3. Häufig verwendete Berechtigungswerte

  • 644 — Standard-Webdateien: HTML, CSS, JS, PHP, Bilder, .htaccess. Der Besitzer kann lesen und schreiben; der Webserver kann lesen.
  • 755 — Alle Ordner und ausführbare Skripte (z. B. Dateien in cgi-bin). Der Besitzer hat volle Rechte; andere können lesen und betreten.
  • 600 — Sensible Konfigurationsdateien (z. B. WordPress wp-config.php, .env mit API-Schlüsseln). Nur der Besitzer kann lesen und schreiben.
  • 400 — Nur lesbare private Schlüssel (SSH Private Key, SSL Key usw.). Nur der Besitzer kann lesen.
  • 444 — Dateien, die niemand ändern, aber alle lesen können sollten (selten verwendet).
Faustregel: Im Zweifel 644 für Dateien, 755 für Ordner und 600 für sensible Konfigurationsdateien. WordPress, Joomla und die meisten PHP-Anwendungen funktionieren mit diesen Werten problemlos.

4. Warum sind 777 und 666 gefährlich?

In manchen Plugin- oder Theme-Anleitungen finden Sie Tipps wie "setzen Sie die Berechtigungen auf 777, dann ist Ihr Problem gelöst". Folgen Sie diesem Rat nicht.

  • 777 gibt allen (anderen Benutzern auf dem Server und Schadcode eingeschlossen) Lese-, Schreib- und Ausführungsrechte. Es öffnet die Tür für das Einschleusen schädlicher PHP-Dateien auf Ihrer Website.
  • 666 hat keine Ausführungsrechte, aber alle können trotzdem schreiben; ebenfalls gefährlich.

Wenn eine Anwendung wirklich Schreibrechte benötigt, reicht statt 644 oft 664 (Besitzer+Gruppe Schreibrechte); kaum eine moderne Anwendung benötigt 777.

Sicherheitshinweis: Unsere Server verwenden CloudLinux, das jedem Konto einen isolierten Bereich zuweist und das 777-Risiko deutlich verringert. Dennoch lösen weite Berechtigungen Warnungen in Sicherheits-Scans aus und können andere Websites/Ordner in Ihrem Konto beeinträchtigen. Beginnen Sie immer mit der engsten Berechtigung und erweitern Sie nur bei Bedarf.

5. Massenanwendung auf Unterordner

Um alle Dateien einer Anwendung auf einmal zu korrigieren, gibt es zwei Methoden:

  • File Manager: Sie können mehrere Dateien/Ordner auswählen und mit dem Button Permissions denselben Wert anwenden; leider bietet der File Manager standardmäßig keine "Auf Unterverzeichnisse anwenden"-Option, sodass Sie den Ordner und jede Datei darin einzeln bearbeiten müssen.
  • SSH (Terminal): Wenn Sie SSH-Zugriff haben, können Sie den gesamten Baum mit einem einzigen Befehl korrigieren:
    find /home/benutzername/public_html -type f -exec chmod 644 {} \;
    find /home/benutzername/public_html -type d -exec chmod 755 {} \;
    Der erste Befehl setzt 644 auf alle Dateien, der zweite 755 auf alle Ordner.

Wenn Ihre Website nach einer Berechtigungsänderung einen 500 Internal Server Error oder Forbidden zurückgibt, haben Sie die Berechtigungen wahrscheinlich zu eng gesetzt (z. B. 400 statt 600). Eine Rückkehr zu den Standardwerten 644/755 löst es meist; andernfalls können Sie ein Support-Ticket öffnen.

Schritt 1 / 2